„Der Funke“ und seine nationalrevolutionären Leser von der NPD


Wenn ich an die Zeitschrift „Der Funke“ denke, kommen mir immer diese halb-geschulten Agitatoren in den Sinn, die mir auf Demonstrationen um wenig Geld ein Exemplar besagter Zeitschrift verkaufen wollten. Aus Mitleid oder aus Szene-Druck heraus, hab ich mir dann mal ein Exemplar andrehen lassen. Die Zeitschrift habe ich auch wirklich versucht zu lesen, aber sie gab mir nichts: Weder erzählte sie mir etwas, was ich interessant fand, noch stimmte sie mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit überein. Viele längst überholte linke Glaubenssätze, die kritiklos hingeschrieben wurden, vermiesten mir den Lesegenuss.

Jetzt weiß ich nicht um die Differenzen zwischen der deutschen und der österreichischen Ausgabe des Funken. Vom Layout und vom Inhalt sehen sie sich ziemlich ähnlich. Nur die Parteien, in die die Trotzkisten des jeweiligen Funken vorstoßen wollen sind andere:  In Deutschland in „die Linke“ in Österreich in die SPÖ.

Zumindest der deutsche Ableger des Funken wird auf mich als Leser nun gut und gerne verzichten können, hat er doch eine beträchtliche Anzahl neuer Interessenten – die sogar eine eigene revolutionäre Partei betreiben. Aber lassen wir die Neo-Leser des deutschen Funken selbst zu Wort kommen: „In der aktuellen Ausgabe der sozialistischen Zeitschrift „der Funke“ ist interessanterweise genau definiert, wie die klaren Ziele der antiimperialistischen Strömung aussehen und wie viele Gemeinsamkeiten mit dem weltanschaulichen Fundament der NPD vorhanden sind.“

Dies ist nun keine polemische Kritik, sondern aus einem Text der NPD-Hamburg entnommen. Was denn nun die weltanschaulichen Gemeinsamkeiten sind, davon weiß die NPD ganz genau zu berichten: „Zu nennen ist unter anderem der politische Kampf für ein freies, soziales und kulturelles Leben innerhalb eines deutschen Volksstaates. Desweiteren wird die Achtung und Erhaltung der Natur und des Tierschutzes aufgeführt. Auch der geistige Widerstand gegen den Kapitalismus, gegen die Ausbeutung sozial benachteiligter Angehöriger unseres Volkes, sowie der Kampf gegen politische Repression, internationale Kriege der USA und die Zersetzung der geistigen und kulturellen Substanz unseres Volkes sind Bestandteile der Forderungen der Zeitschrift, die die NPD Hamburg voll und ganz unterstützt!“

Was die antiimperialistischen Nationalrevolutionäre der NPD-Hamburg nicht verstehen: Warum können linke und rechte Antiimperialisten nicht zusammenarbeiten wenn sie sich doch so ähnlich sind? An der NPD scheitert es zumindest nicht: „ Angesichts dieses Sachverhaltes stellt sich doch die Frage, warum der Dialog zwischen den Vertretern der Antiimperialisten und nationalrevolutionären Kräften aus NPD, JN und freien Kräften nicht zustande kommt.“

In der antiimperialistischen Linken wird man sich durch solche Avancen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Denn ein guter Antiimperialist weiß, wer die eigentlichen Nazis sind: Die imperialistischen Unterstützer des Zionismus – auch seine kommunistischen. Dass sie genau dafür von den echten Nazis Applaus bekommen, ist für einen Trotzkisten wohl nur ein Nebenwiderspruch.

Auf den Text der NPD bin ich durch das Anti-Defamation-League Forum gestoßen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s